Tag-Archiv | Glück

Wegbegleiterin: kleines Glück

Um das große Glück zu erfahren, gehe zum Buddha. – – –

Begnügen wir uns erst einmal mit dem kleinen Glück…

Was macht mich glücklich? Zähle die vielen kleinen und großen Dinge auf, an
denen Du Dich freust, die in Dir ein Gefühl von Glück hervorrufen.

Deine Sinne sind Glücksbringer, wenn Du das Erfreuliche auch siehst und
schätzt. Und das geschieht sicher öfter als einmal am Tag. Meistens geht es
als etwas Selbstverständliches an einem vorüber:

Das leckere Essen, eine freundliche Begrüßung, der Gesang einer Amsel, der
umschmeichelnder Duft blühender Linden, das bequeme und warme Bett, der
Anruf vom Partner, von Eltern, Kindern, Freunden – einfach die Stimme eines
vertrauten Menschen – oder sogar ein unerwartetes Geschenk!

Im Grunde ist es leicht, etwas zum Freuen zu finden – nur gleichgültig oder
zu gierig darf man nicht sein!

Immer wenn unser Verlangen, sich großartige Dinge vorstellt, und wenn sie
dann wirklich eintreffen, haben sie das Großartige, Besondere schon
verloren, und wir sind enttäuscht. Wie schade! Wir betrügen uns um unser
eigenes Glück.

Anstatt das zu werten, was wir durch eigenes Bemühen oder von anderen
bekommen, vergleichen wir es mit dem, was es hätte sein können. Und sind
unglücklich.

Sinnenvoller Mensch!

Genieße was Augen, Ohr, Mund und Nase Dir bieten; gerade jetzt in diesem
Augenblick.

Spüre Deinen Körper, der bewegt wird von Deinen atmenden Lungenflügeln;
fliege ein bisschen mit! Macht Dich das ein wenig glücklich?

Willst Du mittleres Glück erfahren? Wie sieht das aus? Vielleicht sind es
Zeiten innerer Ruhe – vielleicht in Meditation – vielleicht, wenn Du Dich
ganz und gar einer Sache widmest und alles andere vergisst – Sind es
Augenblicke der Klarheit?

Auch wenn jeder sein ganz persönliches Glück hegt, mag es doch etwas geben,
was allen ein befreiendes Gefühl verleiht; ich nenne es: „bei mir sein“.

Ja, ganz zufrieden bei sich selbst sein, ohne Vergleich, ohne Urteil!

Eben hörte ich die weit hallende Stimme einer Rabenkrähe im Ahornbaum und
mir fiel ein simples Gedicht dazu ein:

Einsamer Rabe!

Alle Deine Gefährten sind davongezogen,

In großen, schwarzen Schwärmen,

Schwingend am Himmel,

Vielstimmig im Chor ihren Abschied verkündend.

Du allein bist geblieben –

Und rufst – und rufst – und rufst –

Ob Dich wohl jemand hört?

Einsam bist Du nicht allein –

Schwarzer Vogel.

Mit dem Wunsch, dass Ihr jeden Tag Euer kleines Glück erkennt und genießt;

– und das Mittlere nicht vergesst

Grüßt Euch ganz herzlich

Eure alte aber kraftvolle Ursula

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WegbegleiterIn: Zuviel

Liebe Freundinnen und Freunde,

Das Zu Viel und das Zu Wenig macht vielen Leuten zu schaffen.

Heutzutage werden wir mit Angeboten überschüttet. Mein Briefkasten ist voll
davon. Alles ist preisgünstig, und sie machen es möglich, alle meine Wünsche zu
erfüllen. Einfach toll!

Aber es geht ja nicht nur um’s Kaufen – es geht um Vergnügungen aller – an
Unterhaltung im TV, im PC mit Spielen und Chatten und Vieles was ich so nebenher
von meinen Enkeln höre.

Eine liebe Enkelin klagt darüber, dass es so viel Interessantes und
Vergnügliches gibt und sie außer ihrem Studium zu wenig Zeit für alles hat. Es
ist sowieso sehr erstaunlich was sie alles macht und um was sie sich kümmert –
aber es scheint ihr inneres Bedürfnis nicht ganz zu decken.

Wem geht es so ähnlich?

Haben wir Angst, etwas zu verpassen?

Meinen wir: Je mehr vom Leben zu erfahren macht es reicher?

WENN MAN SO JUNG IST WIE meine Enkelin, hat man das Recht seine Fühler so weit
auszustrecken wie irgend möglich, meine ich.

Ist man nicht geneigt zu glauben, alles zu können, wenn man es nur wollte – und
wenn einen die anderen ließen?

Wie viel kann man in die Zeit hineinpressen?

Und warum will man es?

Lässt sich die Zeit ausdehnen oder will man selbst expandieren?

Worin liegt der Wert?

Erhöht es unser Lebensgefühl? – oder unseren Selbstwert?

Es heißt ja, dass man den Tag „melken“ soll, das Leben auskosten, wo immer es
möglich ist.

Als Jugendliche-r will man vielleicht die Extreme kennen lernen, bis an die
Grenzen gehen – vielleicht sogar darüber hinaus?

Umgekehrt gefragt heißt es : Was habe ich zu wenig?

Woran mangelt es mir?

Kenne ich meine Fähigkeiten überhaupt?

Gibt es Möglichkeiten, sie zu erproben?

Wo kann ich meine Kräfte und Ideen am besten einbringen?

Was will ich wirklich?

Was kann oder darf ich, ohne Schuld und Kritik zu bekommen?

Vielleicht sollte man sich fragen:

Was ist mir wichtig. Habe ich im Moment Prioritäten, für die ich mich einsetze?
Erlebe ich das JETZT wirklich – oder denke ich an zukünftiges Erleben?

Was ist das wichtigste in diesem Augenblick?

Sehe ich Vieles neben einander und alles ruft mich?

Kann ich mich nicht für eins allein entscheiden?

Stell Dir vor, Du wärst eingesperrt, abgetrennt von Deinem bisherigen Leben.

Was würde Dir am meisten fehlen?

Wonach hättest Du Sehnsucht?

– Ist es das, was Du auch vorher so gesucht hast?

WAS KOMMT ZU KURZ?

Bei dem Vielen – findest Du da noch tiefes Verständnis für eine Sache – für
einen Menschen – für Deine menschlichen inneren Fähigkeiten?

Wo findest Du Deine innere Stabilität, Deine Kraftquelle?

Hast Du nicht den Wunsch, Einheit und Geborgenheit zu fühlen?

Was hälst Du für etwas Echtes, Unverfälschtes?

Gibt es so etwas wie echte Freundschaft, echte Liebe?

Oder läuft alles so ab, wie wir es im Fernseher serviert bekommen?

Unsere Lebenszeit ist begrenzt- keine Frage – aber doch eine Frage:

Ob man so viel als möglich hineinpacken sollte – oder ob man in die Tiefe des
Lebens eindringen könnte? Vielleicht sich selbst innerlich kennen lernen und die
Werte zu finden, die es lohnt zu entwickeln?

Ist nicht alles letzt endlich eine GLÜCKSUCHE?

Ich will glücklich sein!

Ich will an keinem Mangel leiden!

Ich will frei von Ärger, Katastrophen und Ängsten sein!

Ich will wichtig sein; anerkannt und geliebt werden!

Ich will nicht allein, sinnlos und vergessen leben!

Ist jemand gegen diese Wünsche?

Können wir sie uns durch das Viele erfüllen?

Alles ein bisschen – oder weniges intensiver?

Ist das die Frage?

In der buddhistischen Lehre ist von vier Ebenen des Glückes die Rede.

1. Auf der materiellen Eben, wo unsere Sinne uns Vergnügen und angenehme Gefühle
verschaffen, – wo unsere Tüchtigkeit Geld verdient und Besitz anschafft.

– Nehmen wir unser Glück wahr? –

2. Auf der emotionalen Ebene. Empfinden wir Zuneigung zu bestimmten Menschen, zu
Tieren, zur Natur? Kennen wir Liebe?

– Nehmen wir dieses Glück wahr?-

3. Auf der geistig, kognitiven Ebene.

Haben wir Interessen? Lesen und lernen wir gerne?

Haben wir Freude an Wissen und Erkennen?

– Nehmen wir dieses Glück wahr? –

4. Auf der geistig – spirituellen Ebene.

Kennen wir einen Ort der Ruhe, des Rückzugs?

Beschäftigen wir uns mit religiösen Fragen und Praktiken?

Sind wir in einer spirituellen Gemeinschaft?

Haben wir Freude am meditieren?

– Nehmen wir dieses Glück wahr?

Wie viel brauchen wir von all dem Aufgezählten?

Zeigt sich der Meister wirklich in der Beschränkung? – wie Goethe sagt?

Ist Einfachheit und Bescheidenheit nicht etwas überholt?

Was ist mit der Frage:

Welche Freude gibt mir ein eindringliches Lebensgefühl?

Kann ich sie mit dem Kopf, Herzen und dem Körper bejahen?

Sind es selbst geschaffene oder angebotene Freuden?

Kann ich mich ohne Sorge darin einlassen?

Das reicht wohl für heute – eben nicht zu viel!

Aber unermesslich viel Metta!

 

Mit Freude am stocklosen Gehen grüßt Euch Eure alte Ursula

WegbegleiterIn: Dana

Weihnachten, das Fest der Freude und der Liebe steht vor der Tür; der Konsum ist
fast auf dem Höhepunkt, denn es geht um das Schenken. Die meisten Leute, denen
wir etwas schenken wollen, haben schon alles; da ist es schwer, etwas zu finden,
worüber sie sich freuen könnten.

Obwohl in den Geschäften immer raffiniertere Apparate, ausgefallene
Kleidungsstücke, Schmucksachen,

Kosmetika und aufwendige Spielsachen angeboten werden, sind wir nicht selten
hilflos bei dem Gedanken, was wir jemandem zu Weihnachten mitbringen könnten.
Eine Flut von verlockenden Artikeln in Beilagen und Wurfsendungen bombardieren
unsere Sinne mit Wünschen. Wenn uns das nicht reicht, surfen wir im Internet
nach dem Besonderen. Denn wir wollen unsere Lieben unter dem Christbaum
überraschen. Auf Verlegenheitsgeschenke kann man immer noch zurück greifen, um
nicht mit leeren Händen da zu stehen!

Hier ein Gedicht von meiner Freundin Cilli Maria Salis

Vom Schenken

Es ist nicht leicht, das Richtige zu schenken, –

und es ist eine Kunst, eine liebevolle Gabe mit der richtigen Freude anzunehmen.

Wie viele Gedanken verwenden wir darauf, das richtige Geschenk zu finden,

etwas, das den Beschenkten erfreut, weil es schön ist und zu ihm passt, und, was
das Wichtigste ist, das ihm zeigt, dass wir um seine Wünsche wissen, weil wir
auf ihn und seine Worte geachtet haben, weil wir ihn achten.

Es ist nicht der materielle Wert, der ein Geschenk wichtig macht,

sondern die Mühe, die Gedanken, die Freundschaft, die Liebe, die in ihm stecken,
machen aus einem Geschenk eine wertvolle Gabe.

Ein überraschendes Geschenk – ohne besonderen Anlass –

Gegeben als Zeichen warmer Zuwendung und Zuneigung –

Ist eine besondere Freude.

Und all die kleinen Geschenke des Alltags, die wir täglich

bekommen:

Das Lachen eines Kindes, der fröhliche Gruß eines unbekannten Menschen,

die spontane Hilfe eines Nachbarn, die selbstverständliche Bereitschaft von
Menschen zu trösten, wenn wir traurig sind, die besonders freundliche Bedienung.

Wir müssen sie nur erkennen, diese kleinen Geschenke,

die das Leben leichter und heiterer machen.

Wir müssen sie erkennen und aufnehmen – sie annehmen –

Und selber Freude verschenken.

Erstaunlich wie sich Cillis Gedanken mit denen von Buddha decken.

Beim Geben kommt es auf die Gesinnung an, denn es ist in Wirklichkeit die
Willensverfassung, die als gute oder böse Tat zählt (Karma).

„Dana“, die Freigiebigkeit, hat drei Aspekte für eine spirituelle Entwicklung:

— dass man mit dem Schenken und Geben Freude bereiten möchte –

und so auch der Mitfreude in sich Raum gibt.

—Der zweite vielleicht noch wichtigere Aspekt bezieht sich auf das LOSLASSEN.

Ohne von etwas abzulassen was MEIN ist, gebe ich nichts her. Abgeben von meinem
Besitz, von Zeit, Kraft und Wissen ist Dana – freiwilliges, selbstloses Geben,
Schenken, Spenden. Und diese Gabe hilft uns, von unserer Ich- und
Mein-Verhaftung, von Habgier und Ichsucht ein wenig loszulassen – einen Schritt
in geistige Freiheit zu tun.

Hier beginnt das Große Loslassen auf dem Weg zur Leidlosigkeit!

Loslassen muss geübt werden, um es zu einer edlen Kraft zu entfalten, was bei
allen unscheinbaren täglichen Gelegenheiten geschehen kann – und natürlich bei
allen traditionellen Festen, wo Geschenke angebracht sind. Ein Kriterium, das
wir vielleicht weniger kennen, besagt, dass die Gabe größeren Verdienst für den
Geber bringt, wenn diese Gabe über den Beschenkten hinaus für die Menschheit und
die Welt Gutes und Heilsames bewirkt.

Deshalb werden die Gaben für Mönche und Nonnen, für Lehrer und Klöster als
wertvoll gepriesen, da sich von diesen Stätten viel Heilsames in die Welt
ausbreitet.

Wirkliches Dana ist Freigiebigkeit, das Gegenteil von Gier und Anhaften, und
schafft in uns einen freien Raum.

— Gutes, freies Geben ermöglicht gleichzeitig gutes Annehmen; dritter Aspekt
von Dana.

Dieses drückt sich darin aus, dass man das Geschenk würdigt und dankbar entgegen
nimmt.

Nicht immer kann man sich die Gaben aussuchen – so ist es auch nicht immer
leicht, sich über ein Geschenk zu freuen und dankbar zu sein, wenn wir uns
vielleicht etwas anderes gewünscht haben. Nicht das Geschenk werten, sondern das
Geben!

Übertriebene Bescheidenheit erschwert das Annehmen und würdigt den Geber nicht
wirklich.

FRAGEN ZUM GEBEN:

Fällt es mir leicht, etwas zu geben oder zu schenken?

Kann ich etwas von MEIN geben oder gebe ich nur Überflüssiges?

Helfe ich gerne selbstlos ohne etwas zurück zu erwarten – oder muss es sich
lohnen?

Habe ich Freude beim Geben und auch danach?

Erkenne ich die Freiheit, die durch Loslassen entsteht?

FRAGEN ZUM ANNEHMEN:

Kann ich achtsam, dankbar und mit Freude eine Sache entgegen nehmen, die mir
jemand schenkt?

Ist mir der Wert des Geschenkes wichtiger als die Zuwendung des Gebers?

Kann ich einer ritualisierten Geste des Gebens und Empfangens etwas abgewinnen?

Fühle ich mich manchmal unangenehm verpflichtet bei einem größerem Geschenk?

Kann ich mich für unscheinbare Geschenke, oder solche, die ich nicht gebrauche,
auch bedanken?

Die buddhistische Lehre:

Wenn wir einen spirituellen Weg gehen wollen, d.h. eine sinnvolle Lebensrichtung
suchen, brauchen wir einen überzeugenden, als echt anerkannten Wegweiser. In den
acht Schritten des Edlen Achtfachen Pfades weist der Buddha auf die drei großen
Gebiete hin, auf denen sich ein Pfadgeher entwickeln. Beginnen soll der Mensch
mit der Übung des Gebens, denn alle weiteren Übungen haben mit Offenheit,
Überwindung und Loslassen zu tun ebenso wie mit Zuwendung und Güte. Beides ist
im Schenken und Annehmen enthalten.

A VIII 36

Geben ist das erste der drei verdienstlichen Werke:

DANA – SILA – BHAVANA

Geben – Sittlichkeit (ethisch leben) – Geistesentfaltung

DAS LICHT DER LIEBE DER FREUDE UND DES FRIEDENS

MÖGE ALLE HERZEN BERÜHREN!

MÖGEN ALLE WESEN GLÜCKLICH SEIN!

Dir, meine Wegbegleiterin, mein Wegbegleiter, wünsche ich ein feierlich
fröhliches Beenden dieses Jahres 2006 und einen guten Beginn und Fortgang im
Jahr 2007.

Herzlich Ursula

WegbegleiterIn: Mangelgefühle

Liebe Freunde und Freundinnen,
ich hoffe, dass Euch mein Wegbegleiter bei guter Gesundheit, guter Laune und
wenig Mangelgefühl erreicht!

Mit herbstlichem Metta Eure Ursula aus Wien

Fragen: Wie äußern sich Mangelgefühle?

Wo stammen sie her?

Durch welchen Anlass kommen sie zur Wirkung?

Welche Verbindung haben sie zu Illusion und Selbsttäuschung?

Welche Verbindung haben sie zu Gier und Hass?

Die heutige gesellschaftliche Einstellung zu Mangel und Mangelgefühlen ist eine
Art von Bedauern und dem Versuch, Abhilfe zu schaffen. Mangelgefühl wird als
berechtigte Forderung nach Wunscherfüllung angesehen.

Wo die Grundbedürfnisse für ein Menschen würdiges Leben nicht vorhanden sind,
ist dem Mangel an diesen Dingen selbstverständlich nach Möglichkeit abzuhelfen.
Selbst der Buddha, der auf alle Bequemlichkeit verzichtete, hat sich und seinen
Mönchen Essen, einen Schlafplatz, Roben und Medizin zugestanden.

An diesen Dingen fehlt es nur wenigen Menschen in unseren westlichen
europäischen Ländern und es gehört zur gesellschaftlichen und staatlichen Form,
dass diese Menschen mit dem Nötigsten versorgt werden.

Aber was ist der bohrende Mangel, an dem so viele Personen leiden?

Fragen wir uns selber:

„Kann ich meine Mangelgefühle klar sehen und benennen?“

„Sind es bestimmte Wünsche und Vorstellungen, die ich erfüllt haben möchte?“

„Vergleiche ich mich, mein Können und meinen Besitz mit anderen?“

„Fühle ich Ärger und Neid, dass andere mehr haben als ich?“

„Halte ich meine Wünsche für unerfüllbar – und leide ich deswegen?“

MANGEL – Wie könnten sich diese Defizite bei mir ausdrücken?

Aus Gier? „das wünsche ich mir – andere haben es, warum nicht Ich?“

“ Ich brauche es, ohne dieses bin ich unglücklich.“

“ Es ist eine Notwendigkeit für mich – ich fühle mich

benachteiligt“

Groll? „Es ist ungerecht, dass andere es besser haben!“

Neid und Missgunst erzeugen Ablehnung.

Verblendung? „Was ich mir wünsche steht mir auch zu.“

„Das wurde mir alles versprochen, ich verlange die Erfüllung.“

Selbsthass? „Ich mache es nicht richtig.“ „Ich bin nicht gut genug.“

„Ich fühle mich ungenügend, minderwertig.“

„Ich werde von anderen ausgeschlossen.“

„Ich werde nicht geachtet, mein Können wird nicht bestätigt.“

„Ich bin anders als andere, nicht liebenswert.“

Warum halte ich an diesen Ideen fest?

Wenn ich sie eifrig pflege, kann ich sie sogar zu meiner Ideologie machen!

MANGELGEFÜHL DURCH VERLUST

Wenn wir etwas Schönes, Erfreuliches als Besitz, als MEIN, erlebt haben und
müssen aus irgend einem Grund darauf verzichten, dann fehlt uns etwas. Es mag
uns wie ein Vakuum vorkommen, das durch den Verlust entstanden ist, wie ein
Loch, das aufgefüllt werden müsste. Mit dieser Vorstellung verfangen wir uns
wieder im Mangelgefühl.

Wenn uns ein geliebter Mensch verlässt, sei es durch Tod oder durch seine
Entscheidung, so kommt natürlicherweise Trauer auf. Alles, was wir mit diesem
Menschen erlebten, die ganze gemeinsame Zeit, erhält durch den Mangel größere
Bedeutung. – Je realistischer wir uns diese Zeit vor Augen führen, für das Gute
in der Beziehung danken und das Schwierige als erfüllte oder unerledigte
Aufgaben akzeptieren, umso besser können wir den Verlust verkraften.

Fragen wir uns selber:

„Wie gehe ich mit Verlust um?“

„Will ich das Verlorene unbedingt wiederhaben?“

„Kann ich den Gedanken der Unwiederbringlichkeit nicht ertragen?“

„Kann ich meinen Verlust-Schmerz akzeptieren?“

„Will ich das Gesetz der Vergänglichkeit nicht anerkennen?“

KRÄNKUNG UND VERLETZUNG ALS MANGELGEFÜHL

Dahinter steht der starke Wunsch, das durch die Verletzung entstandene

Defizit aufzufüllen.

Solange die Wunde der Verletzung durch die gedankliche Beschäftigung

offen gehalten wird, kann sie nicht heilen. Daher wird sich auch das

Defizit-Gefühl nicht ändern!

Es können von außen oder durch eigenes Können so viele Angebote kommen, wie es
will, – das Mangelgefühl bleibt als Gefühl.

Fragen wir uns selber:

„Empfinde ich Kränkung als Mangel an Liebe?“

„Leide ich immer noch an alten Verletzungen?“

„Leide ich an meinem Selbstmitleid?“

„Grüble ich viel über Angst, Schuld und mir angetanes Leid?“

„Pflege ich diese Gedanken wie eine unheilbare Krankheit?“

„Will ich das Gesetz der Unvollkommenheit nicht anerkennen?“

HEILUNG IST MÖGLICH

Dadurch, dass man der Wunde, der Verletzung, dem Mangelgefühl — Mitgefühl
zukommen lässt. Wunsch, Ablehnung und Festhalten verstehen – und gütig als
menschliche Eigenschaft annehmen. Aber weise erkennen, dass es nicht um das
Ausfüllen des Mangelloches geht, sondern um Zulassen und Loslassen!

Wirklicher Mangel zeigt sich nur im Fehlen der Grundbedürfnisse.

Alles andere ist Illusion; Verblendung, falsche Glücksuche.

Mein Wunsch: Mögen wir an unseren Mangelgefühlen nicht wie an Kostbarkeiten
festhalten – mögen wir zufrieden und glücklich sein! Eure Ursula

WegbegleiterIn: drei Wege – EIN PFAD

Liebe Wegbegleiter,
der Herbst ist noch sehr schön – und ich denke, wir sollten Sonne, Farben und
Wind genießen. Auf dem achtsamen Weg zu gehen, heißt immer, den Augenblick zu
erleben.
Einen guten Weg wünscht Euch von Herzen

Ursula aus Wien

WEBEGLEITER Drei Wege – EIN PFAD

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

Wir sind alle auf einem Weg, einem Lebensweg; ob wir auch auf einem spirituellen
Weg sind, das ist die Frage.

Jetzt, da ich mich intensiver mit dem edlen achtfachen Pfad des Buddha
beschäftige, den ich für einen universellen Weg halte, weil er sich an die
konkrete Lebenssituation aller Geschöpfe aller Zeiten wendet und in seinen
Richtlinien ein gesundes Maß und durchführbare Methoden angibt, scheint es mir,
dass dieser Pfad sehr wohl auf verschiedene Weise beschritten werden kann.

Man könnte es drei Ebenen nennen, auf denen der Pfad begangen wird.

Die Worte sind auf allen Ebenen dieselben aber Ziel, Ausrichtung und Übung sind
sehr verschieden.

1.Ebene: DER PFAD ALS LEBENSHILFE;

das ist die weltliche Art, wie ein Mensch mit dieser Lehre umgeht

Im Vordergrund steht der Wunsch, sein individuelles Leben zu verbessern.

Er fühlt sich gestresst, unruhig, leidet an einer schwierigen Beziehung, fühlt
sich einsam,

Hat vielleicht gerade eine Krise durchstanden, leidet an
Selbstwert-Mangel-Gefühl, usw …

Da werden diesem Menschen mit Ruhe- und Achtsamkeits-Übungen Methoden geboten,
die er oder sie begierig ausprobieren möchte, um den belastenden Zustand zu
beseitigen. Wenn dieser Mensch sich über einen gewissen Zeitraum an seine
Übungen hält, hat er gewiss Nutzen davon, wird ruhiger, etwas stabiler und fühlt
sich wohler, und hat wahrscheinlich auch mehr Freude am Leben.

MEIN LEBEN SOLL BESSER WERDEN!

2.Ebene: DER PFAD DES ERWACHENS

Das könnte man als generelle Ebene bezeichnen.

Es geht um erweitertes, tieferes Verständnis der Buddhalehre. Das Ich ist nicht
mehr ganz so

Vordergründig; es werden die Umwelt, die Mitmenschen und Mitwesen einbezogen.
Handeln,

Denken und Üben beziehen sich Natur gemäß zuerst auf den Menschen selbst,
umfassen dann

aber auch seine weltlichen Mitgeschöpfe.

Es zeichnet sich eine Entwicklung ab, die man spirituell nennen kann. Der Mensch
ist nicht mehr so stark dem materiellen Leben verhaftet. Er sieht, dass der Weg
mehr bietet als weltliche Verbesserung,

nämlich Lebenssinn durch inneres Wachstum, inneres Heil. Damit wird meistens der
Wunsch nach mehr und tieferem Wissen über die Lehre geweckt.

Diese Person wird wahrscheinlich Einstellung, Verhalten und Lebensweise gemäß
der tieferen Einsichten verändern. Naturgemäß hat das Einfluss auf die Umgebung
der spirituell übenden Person.

TIEFERES VERSTÄNDNIS UND GENERELLES MITGEFÜHL AUF DEM ENTWICKLUNGSWEG!

3.Ebebe: DER PFAD DER BEFREIUNG

Es ist das Durchdringen der Lehre, was eine überweltliche Schau vermittelt.
Universelle Daseinsgesetze werden in ihrer letzten Konsequenz begriffen,
Zusammenhänge von Leben, Tod und Wiedergeburt erfasst und somit die Verhaftung
an das weltliche Leben größtenteils gelöst.

Die Übenden leben weiterhin auf der relativen Ebene der menschlichen und
materiellen Abhängigkeiten; haben aber ihren Geist so geschult, dass sie von der
absoluten Ebene her, das ganze weltliche Dasein als Schauspiel ansehen, ohne
bleibenden, sicheren Inhalt.n

Sie sind vom „absoluten Sein“ so ergriffen, dass ihr ganzes Leben diesem letzten
Ziel zustrebt.

EINTRITT IN DEN STROM DER BEFREIUNG VOM LEID!

Alle drei Wege auf den verschiedenen Ebenen brauchen Einsicht, Achtsamkeit und
Willenskraft, um wirklich begangen zu werden. Die Schritte sind allen Menschen
möglich, doch es hängt von ihrer Sicht der Dinge und ihren Wünschen ab, wie weit
sie gehen wollen.

MANCHE BEGINNENAUF DER ERSTEN EBENE UND LANDEN AUF DER LETZTEN; WO SIE ZU IHREM
INNEREN GLÜCK KOMMEN.

MÖGEN ALLE WESEN GLÜCK UND ZUFRIEDENHEIT FINDEN! Eure Ursula

WegbegleiterIn: Meinen Lebensweg veredeln

Was heißt „veredeln“?

Aus buddhistischer Sicht bedeutet es, sich aus dem gewohnten , triebhaften
Ablauf es Denkens und Tun zu erheben, um gute, heilsame Elemente ins Leben
einzubringen, die nicht der momentanen Bequemlichkeit und Lust dienen, sondern
zu dauerhafter, innerer Befriedigung führen.

Befreiung aus den Verstrickungen von Begehren, Ablehnen und Konditioniertheit
können wir diesen Weg auch nennen; also ein Befreiungsweg von den Ursachen des
Lebens-Leides. Denn diese Triebe rufen unsere Schwierigkeiten hervor, sie sind
verantwortlich für die Hindernisse auf unserem Weg zum Glücklichsein.

Wir suchen alle nach Glück; es kommt aber darauf an, ob wir ein äußeres
Wohlleben als unser Glücksziel ansehen oder eine glückliche innere
Zufriedenheit.

Auf dem buddhistischen Edlen Achtfachen Pfad werden alle Bereiche des Lebens
angesprochen, und Anweisungen gegeben, wie wir uns aus der fixierten Sicht der
Dinge, aus unserem Muster-Verhalten und Tun erlösen können. Denn es ist die
Einseitigkeit unserer konditionierten, zwanghaften

Einstellung, die uns keine Wahlmöglichkeit bietet. Es geht nicht darum, alles
Bisherige über den Haufen zu werfen, sondern in ruhiger Form zu reflektieren und
mit dem buddhistischen Angebot zu vergleichen. „Was hilft mir zu einer
befriedigenden Entwicklung, zu geistiger Unabhängigkeit, zu geistig –
emotionaler Freiheit?“

Manchmal wird gefragt, ob nicht der soziale Aspekt auf dem spirituellen Weg zu
kurz kommt, weil es immer um die eigene Erlösung vom Leid geht. Da ist zu
bedenken, dass niemand einen anderen Menschen vom Leid befreien kann, wenn
dieser es in der Form der Selbstentwicklung nicht will.

Man kann Hilfen als Leitlinien dafür erhalten, aber gehen muss jeder den Weg
selbst.

Auf dem ersten Schritt des Weges steht die RECHTE ERKENNTNIS.

Die nahe liegendsten, ersten Erkenntnisse sind die: Wohin dieser Weg führt , wie
er aufgebaut ist, und was er von uns verlangt. Sind wir damit einverstanden?
Nehme ich die Selbstverantwortung auf mich?

Die zweite Aufgabe liegt darin, Unheilsames und Heilsames unterscheiden zu
lernen. Nicht bei den gewohnten Kriterien „Angenehm – Unangenehm“ stecken zu
bleiben, nach denen sich alle materiell gesinnten Menschen richten, sondern sich
eine neue Einstellung zu sich selbst und zu anderen anzueignen.

Tiefer gehende Erkenntnisse tun sich erst auf, wenn man den Weg auch geht. Nicht
ein einziges Mal durchläuft man diesen Pfad, sondern immer wieder – aber bei
stetigem Üben geht es weiter auf etwas erhöhten Ebenen mit neuen Aspekten, neuen
Anforderungen. So kann man diesen Edlen Achtfachen Pfad als „dynamisches
Entwicklungs-Modell in Form einer aufstrebenden Spirale “ sehen. (Formulierung
von unserem Freund Gerald Schinagl)

DER SOZIALE ASPEKT liegt in der buddhistischen Auslegung von HEILSAM.

Heilsam ist etwas , was mir und anderen keinen Schaden verursacht , sondern mir
wie anderen Freude und Wohlsein bringt. Unheilsam ist etwas, was mich selbst
oder andere schädigt und zu Leid führt.

Wenn wir das beherzigen sind wir auf dem richtigen Weg, der braucht auch nicht
buddhistisch zu heißen – er muss nur heilsam sein!

Die monatliche Aufgabe heißt: Immer wieder nachzuschauen, ob etwas heilsam oder
unheilsam ist, was wir denken, reden und tun wollen. Auch wenn es ein Gemisch
ist von Heilsam und Unheilsam, können wir das wählen, worin mehr Heilsames als
Unheilsames enthalten ist.

HEILSAMES TUN – UNHEILSAMES LASSEN

das rät uns der Buddha für ein edles, sinnvolles Leben.

Möge es Euch wohl ergehen! Eure Ursula