Tag-Archiv | Dankbarkeit

WegbegleiterIn: altes Beenden – guter Beginn

Liebe Wegefreundinnen und Freunde!

Das Jahr 2012 geht dem Ende zu. Man bekommt gute Wünsche und Geschenke zu Weihnachten und „viel Glück“ zum Neuen Jahr.

Freundliche, schöne Wünsche, für die wir herzlich danken.

Was mir fehlt, ist das gute Beenden des vergangenen Jahres. Wenn wir zurückblicken, sehen wir die herausragenden Ereignisse, erfreuliche oder unerfreuliche. Wollen wir sie wie erledigte Aktenstücke einfach ablegen – das war`s?

Oder sehen wir genauer hin, welche Botschaften sie uns mitgeben in das nächste Jahr? Meiner Meinung nach ist gutes Beenden der Ausgangspunkt für Gutes Beginnen.

Also? Fangen wir mit den Erfreulichen Tatsachen an! Weiterlesen

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WegbegleiterIn: Meine Eltern – Teil meines Lebens

„Meine Eltern – Teil meines Lebens“

Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sind so unterschiedlich wie es eben Kinder gibt. Das gilt auch für nicht leibliche Zieh-Eltern.

Erwachsene Menschen, die einen spirituellen Weg gefunden haben und neue Kriterien in ihrem Leben setzen, geraten leicht in Widerspruch zu den Ansichten ihrer Eltern. Andererseits sind sie bemüht, ihren Eltern etwas von dem zukommen zu lassen, was sie auf ihrem Weg als förderlich für sich selbst und für eine friedliche Beziehung erfahren haben.

Was kann man für seine Eltern tun?

1. Dank, dass man durch sie geboren ist und aufwachsen konnte.

2. Anerkennen, dass sie sich um die Familie bemüht haben.

3. Ihre Zuwendung und ihre Eigen-Bedürfnisse sehen.

4. Ansprüche, die sie an mich gestellt haben, um Erfolge für mich

und sich selbst zu erzielen.

5. Ihr Unvermögen, alles „richtig“ zu machen.

6. Meine Zu- und auch Abwendung sehen.

7. Vermisste und verpasste Liebesbeweise anschauen.

8. Ihr Liebesbedürfnis nicht unterschätzen.

9. Ihre Angst vor dem Tod erkennen, die sie im Weiterleben ihrer Kinder

Zu überbrücken versuchen.

10.Mit ihnen Frieden schließen.

VORTEILE EINES FAMILIENBUNDES

Eine Familie bietet grundsätzlich Sicherheit und Schutz für das Kind.

Es bekommt Unterstützung im Aufwachsen und bei der Ausbildung.

Häufig werden auch kleine oder größere Unternehmen der Kinder durch die Eltern gefördert. Kenntnisse und Ratschläge werden vermittelt.

In schwierigen Situationen kann auch das erwachsene Kind in der Familie Aufnahme und Trost finden. Vor wichtigen Entscheidungen ist es durchaus hilfreich, sich in der Familie zu beraten.

Da das Kind als erste Beziehung, die zu den Eltern erlebt, ist diese eine Grundlage und Muster für alle weiteren Beziehungen. Liebevolle Zuwendung und Verständnis prägt zuerst einmal die Liebesfähigkeit der Kinder. Leider auch das Gegenteil.

Für Kinder ist das Vorbild der Eltern entscheidend; sie sehen wie die Eltern miteinander umgehen, mit den Verwandten, mit anderen Leuten und natürlich mit ihnen selbst und ihren Geschwistern.

Nicht genug damit, übernehmen Kinder auch das oft Gehörte über die Arbeit, die Gesellschaft, Politik … Und werden unbewusst geprägt.

Ob es sich positiv oder negativ auf ihr Leben auswirkt, hängt zum Einen von dem Vorbild ab, andererseits aber auch von den späteren eigenen Entscheidungen.

UNGUTE FAMILIENVERHÄLTNISSE

Bei den Eltern ist Ehe oder Partnerschaft nicht gut;

Vorwürfe, Streit und Rücksichtslosigkeit sind an der Tagesordnung. Vielleicht wird öfter von Trennung oder Scheidung gesprochen.

Die Gefühle der Kinder sind in Zuneigung und Ablehnung gespalten.

Oft machen die Extreme der Eltern den Kindern zu schaffen. Wenn z.B. einmal geherzt und geküsst wird – und ein andermal unbegründete Lieblosigkeit zu spüren ist. Natürlich haben alle Kinder das Bedürfnis nach Liebe, Zuwendung, Verständnis und Anerkennung – und wenn von den Eltern wenig Entsprechendes kommt, bleibt bei den Kindern ein treibendes Mangelgefühl.

Viele Eltern suchen ihr eigenes Glück , ihre Befriedigung, in den Erfolgen ihrer Kinder, was diese unter großen Druck setzt. Zu viel Kontrolle oder Vernachlässigung – beides tut den Kindern nicht wohl.

Oft wird die kindliche Abhängigkeit zu Eigenzwecken der Eltern ausgenutzt; ihr guter Wille, ihr Liebesbedürfnis, die Suche nach Akzeptanz und Wertschätzung!

Im Rückblick als Erwachsener fühlt sich der Mensch von seinen Eltern „missbraucht“ worden zu sein – was sich später vielleicht öfter wiederholt hat.

Alles was ich beschrieben habe, wird den Eltern im späteren Leben immer wieder vorgeworfen. Es kommt weder zu einer verständnisvollen Aussprache und zu keiner versöhnlichen Beziehung.

Interessanterweise habe ich von Menschen, deren Eltern, oder ein Elternteil, Alkoholiker oder Drogensüchtiger war, keine Vorwürfe gehört sondern eher ohnmächtiges Mitgefühl.

MEIN SPIRITUELLER WEG – UND MEINE ELTERN

Immer wieder begegnen mir Menschen, die sich die buddhistische Lehre als Richtung genommen haben – und gerne ihren Eltern helfen wollen.

Weil sie ihre Abhängigkeit vom Elterhaus überwunden haben, sehen sie umso klarer, woran ihre Eltern leiden. Sie nehmen die Verantwortung für ihr Leben ernst, finden Führung, Kraft und Trost in Buddhas Worten und spüren wie Metta, das gütige Wohlwollen und Mitgefühl, ihr Leben bereichert.

Zunächst sehen wir die Generationsprobleme:

Die zeitgemäßen verschiedenen Ansichten, Wertungen, Moral,

andere Sprache und andere Auslegungen bringen oft Missverständnis hervor.

Wollen oder können wir es verstehen?

Ein großes Problem ist das Gefühl von Liebesmangel auf beiden Seiten.

Wollen und können wir ihnen trotzdem Wohlwollen geben?

Ein Problem kann auch übermäßige Fürsorge sein.

Können wir ihnen durch die eigene Kraft und Akzeptanz ihre

Verlustangst nehmen?

Ein Problem kann ihr Besitzanspruch sein: MEIN KIND!

Können wir ihnen unsere Eigenständigkeit gütig vermitteln?

Ein Problem kann ihr Anspruch auf ständige Nähe und Fürsorge sein.

Können wir einen vernünftigen Kompromiss schließen?

WAS SAGT DER BUDDHA?

Er hat selbst die Abhängigkeit vom Elternhaus und der Tradition erlebt. Rigoros hat er sich seine Unabhängigkeit genommen und ist seiner eigenen Überzeugung gefolgt.

Für die Arbeit der Eltern, die Kinder gut aufzuziehen und für ihre langjährige Fürsorge, sei höchster Dank angebracht, lautet seine Rede.

Deutlich erklärt er Karma als eigenständige Lebensgestaltung, was zwar einerseits aus einem früheren Leben bestimmte Verhältnisse der Geburt, der Eltern und Umweltsituation mit sich gebracht hat – aber bei eigener Entscheidungsmöglichkeit zur Selbstverantwortung wird.

Die Eltern sind nur die Vermittler eines vorhandenen Karmas, – was der wachsende Mensch daraus macht, ist das sich weiter entwickelnde Karma, sein persönliches Leben.

MEINE MÖGLICHKEITEN

Kann ich meine Eltern ändern? Wohl kaum – sie entscheiden selbst!

Aber ich kann ihnen für ihr Bemühen danken und dieses Bemühen

auch anerkennen!

Kann ich ihnen Verständnis und Zuwendung entgegen bringen?

Auch wenn große Differenzen in unseren Ansichten bestehen?

Kann ich in freundlicher Weise widersprechen, meine Meinung

vertreten?

Kann ich ruhig und überzeugt „NEIN „sagen, wenn ich etwas für

unheilsam halte?

Brauche ich außer Zuwendung auch Distanz?

Wenn ich Hilfe anbiete bei Krankheit oder im Alter der Eltern, kann ich es entsprechend eigener Kraft heilbringend einteilen?

Unmögliches von den Eltern und von mir selbst zu verlangen, bringt nur Enttäuschung und Leid hervor.

Um das Mögliche zu sehen und umzusetzen müssen wir achtsam, einsichtig und willensstark sein.

In unserer Meditation können wir fern unserer Eltern, ihnen alle guten Gaben wünschen und sie ihnen im Geist ins Herz legen.

Mögen sie glücklich und zufrieden sein – bis an ihr Ende.

WegbegleiterIn: Dankbarkeit

Liebe Wegbegleiter,

Dankbar zu sein, schien mir die meiste Zeit als etwas Leichtes. Aber ist es
wirklich leicht, wenn man sich belastet fühlt oder krank, erdrückt von den
vielen Verpflichtungen und Schwierigkeiten des Lebens, enttäuscht von erwarteter
Zuneigung und guten Lebensumständen? Jammern, Klagen und Anklagen ist dann
eigentlich selbstverständlich.

Mein Nachbar antwortete mir auf die Frage: Wie geht es Ihnen? – mit „Gerade noch
auszuhalten“.

DANKEN hat mit dem Pali-Wort DANA Ähnlichkeit. Dana bedeutet Schenken, Geben.

Wir geben etwas wie Anerkennung, Wert, Zuwendung, Verehrung. Für ein Geschenk
oder eine schöne Einladung gehört es sich zu danken, für eine Hilfeleistung
natürlich auch. Aber da fällt es manchem schon schwer, DANKE zu sagen. Warum?
Weil man sich unterlegen fühlt. „Ich brauche keine Hilfe, ich kann alles allein,
ich will von niemandem abhängig sein!“

Viele Menschen geben gern anderen etwas, nehmen aber ungern etwas an. Sie sind
nicht geizig, sondern freigiebig und gern bereit zu helfen, was eine schöne
heilsame Eigenschaft ist. Allerdings sollten sie bedenken, ob es nicht mit der
Genugtuung von Überlegenheit zu tun hat, wenn sie ihrerseits nichts annehmen
wollen – und damit zu danken gezwungen wären?

BUDDHA WORTE

Drei Dinge in der Welt sind selten anzutreffen:

Ein voll erleuchteter Buddha, eine Lehre, die zur Befreiung vom Leid führt, und
ein Mensch der sich dankbar und erkenntlich zeigt.

Als Buddhisten empfinden wir sicherlich dem großen Heilslehrer und seiner Lehre
gegenüber Dankbarkeit, die sich in Zuwendung, Ehrerbietung und Gaben-Darbringung
(Spenden) zeigt.

Ist es damit getan?

Wenn wir ein tiefes Verständnis für die Lehre haben und nicht nur ein
Kopfwissen, bieten sich unendlich viele Gelegenheiten zu danken. Ist erst einmal
die Achtsamkeit, das All-Heilmittel wie der Buddha sie nennt, geübt und
ausgebildet , dann sieht man in jeder Situation etwas Gutes, Heilsames oder
Förderliches.

Der Blick wird nicht mehr von vordergründig störenden oder belastenden Faktoren
getrübt, man sieht wach und einsichtig die Möglichkeiten, etwas Heilsames daraus
zu machen – entweder die Situation zu ändern, wenn es geht, oder die eigene
Einstellung zu ändern und zu akzeptieren. Allein das ist ein Grund, uns selbst
zu danken. – Tun wir das?

SEHEN WIR DIE GUTEN FÄHIGKEITEN IN UNS?

Schätzen wir, was wir aus Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegeben und getan
haben?

Manchmal nicht gerade freiwillig, wir mussten uns überwinden. Ist die
Überwindung nichts wert?

Können wir dafür uns selbst danken?

Danken hat meines Erachtens mit innerer Bescheidenheit zu tun. Sobald wir zu
viel erwarten, fordern und perfektionistisch bewerten, finden wir keinen Grund
zu danken, weil das Ziel nicht erreicht wurde, weil der Erfolg sich nicht
einstellte.

Bitte, bitte UMDENKEN!

In der materiell ausgerichteten Welt zählt nur der Erfolg, Ja! Und bringt
Stress, Krankheit, Lieblosigkeit und Unzufriedenheit hervor.

DAS BEMÜHEN gilt nach des Buddha Lehre mehr; „die Absicht, o Freunde und
Freundinnen, nenne ich Karma.“

Der Erfolg hat mit Gier zu tun; das Bemühen um Heilsames hat mit Entwicklung zu
tun.

Frage:

Wann und wo haben wir uns einsichtig um etwas Gutes bemüht, dem im äußeren Leben
kein Erfolg beschieden war? War das ein Grund zur Resignation? Oder haben wir
das Gefühl, etwas Richtiges versucht und getan zu haben?

Wenn es heilsam war, bleibt es heilsam, egal was die Welt dazu sagt – und es
wird für uns eine karmisch heilsame Wirkung haben.

Noch eine Frage:

Wie steht es mit Deiner Freude? Muss es etwas Großes, Eindrucksvolles sein, dass
Du Freude darüber empfindest? Oder genügen auch kleine, schöne, gute Dinge, die
Dein Herz berühren? Was hältst Du von einem Gedanken, der Dir plötzlich kommt,
und Du weißt: Das ist es – ?

Lohnt es sich für diese kleinen Kostbarkeiten zu danken?

Wer sich wirklich freuen kann, kann auch danken – und wer danken kann, kann sich
auch freuen!

ANREGUNG FÜR JEDEN TAG

Morgens im Bett oder beim Frühstück sich fragen: „Auf was kann ich mich heute
freuen?“

Wenn einem da nichts einfällt, weil ja alles so schwer erscheint, kann es die
Freude sein:

„Ich bin lebendig und kann alles was kommt für meine Entwicklung nutzen; ich
nehme diesen Tag an.“

Abends vor dem Schlafen Gehen oder im Bett sich fragen:

„Für was kann ich heute danken?“ Es können positive Kleinigkeiten gewesen sein –
oder etwas Negatives, was nicht eingetreten ist.

Dankbarkeit ist eine Herzensqualität und kann wie Liebe und Freude erlernt
werden.

Sie muss allerdings geübt werden, damit sie nicht nur als schöne Idee im Kopf
stecken bleibt, sondern als heilende Energie ins Herz dringt.

Echte Dankbarkeit generalisiert sich: Sie umfasst andere Menschen, alle
Menschen, Lebenssituationen, die Natur, das ganze Leben und macht glücklich.

Mögen alle Wesen dankbar und glücklich sein!

Herzlich Eure Ursula