Tag-Archiv | Achtsamkeit

WegbegleiterIn: spirituelle BeginnerIn

Liebe Wegbegleiter,

Beginner Mind – Was ist das?

FRAGEN:

Worin besteht die Motivation?

Welche Erfolge sind zu erwarten?

Wie kann ich Fortschritte feststellen?

Wie sieht Entwicklung aus?

ACHTSAMKEIT ist das Mittel für alles, was wir tun und erleben.

Ein Prof. Der Universität Massachusetts Instite of Technology Presencing Institute

Otto Scharmer:

„How to Create Deep Innovation Through

Moving from Egosystem to Ecosystem Awareness“

Presencing = Alle Sinne achtsam für alle Lebensbereiche einsetzen.

(Für Prof. Otto Scharmer gilt das i.B für Führungskräfte)

Er plädiert für: OPEN MIND – OPEN HEART – OPEN WILL

WIE SIEHT DAS BEI UNS AUS?

Wir beginnen jeden neuen Tag morgens – als ein neuer Mensch ! ?

Wir beginnen jedes Jahr neu mit NEUJAHR – ist es anders als das vorige?

Wir feiern Geburtstag – ein Tag, um an die Neugeburt zu denken ! ?

– Was liegt hinter uns – was liegt vor uns?

Ist es die Kontinuität des Körpers, der Tagesabläufe, der bekannten Menschen,

Die uns das Neu-Werden verschleiert.

Wir sprechen von Lebensschritten, die ja auch automatisch auf einander folgen –

Oder sehen wir sie als etwas Neues an?

Bei allem Neuen sind wir im Grunde Anfänger-innen.

Es hat mit Demut zu tun, sich als Anfänger-in zu erleben, der, die das
Unbekannte, Neue sieht und es durch die einzusetzende Achtsamkeit zu etwas Neuem
macht.

Beginner kommen immer wieder ins HIER und JETZT

Wenn wir in der Vergangenheit hängen bleiben, ist unser Geist nicht für das
offen, was gerade mit uns und um uns herum passiert. Genauso oder noch stärker
zieht uns die Zukunft an. Wir wollen wissen was auf uns zukommt und übersehen
was momentan ist. Das Jetzt ist der einzige Moment erlebbaren Lebens. Es
wiederholt sich nicht – es ist immer neu! Das bewusst zu erfahren heißt wirklich
leben!

Rechte Achtsamkeit hat mit Bewusst-Werden und Fühlen zu tun –

Also: mit Kopf und Herz

Aber der offene Wille (freiwillig) muss dabei sein, sonst rutscht man zu schnell
in die automatische Gewohnheit hinein.

Überheblichkeit und Ironie sind Feinde dieser Art zu leben.

Sie kennen keine Demut – sie erledigen Alles intellektuell,

Haben scheinbar Alles im Griff!

GUTE ANFÄNGER lassen das Vergangene hinter sich;

Sie nehmen die Erfahrungen und Erkenntnis daraus mit -,

Und wissen, dass Festhalten keine Entwicklung ermöglicht.

ANFÄNGER sind LOSLASSER

Es sind mutige Menschen – sie stellen sich Neuem, Unbekanntem.

Man könnte sie als „Forscher“ bezeichnen.

Sie nehmen Ungewisses in Kauf – scheuen sich nicht vor Risiken und erforschen
das was ist, das Dhamma.

Als MEDITIERER LERNST Du jeden Moment als etwas Neues zu erfahren.

Du musst jeden vergangenen Moment loslassen – und immer wieder beginnen.

Einen Atemzug nach dem anderen, den ganzen Atemablauf erfahren und dabei
Entstehen und Vergehen erleben.

Gute Loslasser sind Gute Anfänger

Meine Lehrerin . Die Ehrw. Ayya Khema sagte:

Sei Dir bewusst:

Heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens.

Oh wie wahr!

Diese bewusste, akzeptierte Einstellung nährt das Selbstvertrauen,

Vertrauen zur Lehre; Vertrauen zum Leben und zum Tod.

DER NEUE ANFANG

Kann Trost sein zum Besser-Machen / Besser werden / Forscher-Neugier

Kann Misserfolge überwinden helfen.

Kann Hilfe annehmen und geben;

Er hilft gegen Ichsucht, Starrheit und Habgier.

Ist der Weg zu Ende – verändere Dich –

Und so verändert gehe weiter!

Chinesisches Sprichwort

Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

Herrmann Hesse

Ich lade Euch ein in das Jetzt:

Lassen wir uns überraschen!

Mit viel Metta und viel Freude grüße ich herzlich aus Wien.

Eure alte Ursula

Von Juan Ramon Jimenez

MEERE

Ich spür‘, dass mein Schiff

Dort in der Tiefe auf etwas Großes gestoßen ist.

Und nichts geschieht!

Nichts … Ruhe … Wogen …

-Nichts geschieht; oder ist alles geschehen,

Und wir sind schon mit dem Neuen vertraut?

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WegbegleiterIn: Berufung

Liebe Freundinnen, liebe Freunde auf dem Weg!

Immer öfter wird mir die Frage gestellt: Wie finde ich meine Berufung? Manche
der Frager sind jung und können in ihren erlernten Beruf nicht einsteigen; die
meisten sind in der Mitte ihres Lebens, gegen 50 und haben lange dieselbe Arbeit
ausgeführt.

Sie finden, dass es an der Zeit ist, etwas zu ändern; sich wesentlichen Dingen
zu widmen. Sie warten auf ihre Berufung.

Was ist Berufung?

Kann es der Ruf einer höheren Macht sein? – Ein Auftrag von der Welt? Ein Ruf
aus einem unterentwickelten Land? Der Ruf hilfesuchender Menschen oder Tiere?
Viele Menschen sind solchen Rufen gefolgt, sonst gäbe es nicht die vielen
Hilfsorganisationen. Viel Gutes haben dese Leute mit ihrem Einsatz erreicht und
wir danken und unterstützen sie.

Aber es ist nicht das Einzige, wie man seiner Berufung folgen kann. Mir ist da
im Sinn, dass jeder Mensch aus seinen guten Fähigkeiten und seiner
Lernbereitschaft etwas Eigenes als seinen zu tiefst liegenden Lebensauftrag
hervor bringen kann und sollte! Ich schlage vor:

Eine Bestandsaufnahme aller eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen aufzulisten:

Was kann ich alles, beruflich und außer beruflich?

Was tue ich gerne?

Was könnte und möchte ich noch gerne lernen?

Was mag ich nicht und was liegt mir nicht?

Die Sachen, die ich gerne tue, verbinde ich mit meinen Fähigkeiten und
Erfahrungen und schaue mir an, was davon zusammenpasst. Ich kann diesen Kreis
noch mit neuem zu erlernenden Wissen ergänzen und mache aus allem zusammen meine
eigene Kreation. Dann muss man sich umschauen, wo es einen Platz für meine
Kreation gibt.

Manchmal lässt es sich nur selbständig oder im kleinen privaten Bereich
durchführen.

(So etwa bin ich meinen Weg gegangen)

Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, Deiner Arbeit einige der heilsamen Werte
zuzufügen, die der Buddha als edel bezeichnet, z.B. Achtsamkeit, Zuwendung,
Metta, Sammlung bei der Arbeit aber auch in Ruhepausen und eine Portion
Gelassenheit.

Dass man sich zu Hause noch einen passenden Ausgleich schafft, ist richtig und
natürlich.

Beispiel:

Eine Physiotherapeutin meinte, sie hätte lange genug nur massiert und wäre
enttäuscht, dass die Patienten ihre Körperübungen ignorierten. Sie selbst liebte
lockeres Bewegen, Tanz und Musik.

Mein Vorschlag: mach Mitte des Vormittags und Mitte des Nachmittags eine
Minidiskothek für Heilgymnastik auf, wo sich jeder 20 Min. lang nach Lust und
Laune bewegen kann. Du als Leiterin zeigst ihnen als Vorbild was gut tut.

Ob es funktioniert?

Vielleicht möchtest Du Gedichte schreiben oder malen. Tu es einfach, ohne an
Erfolge zu denken! Mach Dir selbst die Freude!

Auch die sportlichen Aktivitäten können das berufliche und private Leben
bereichern. Ich halte es für ein gutes Zeichen, dass immer mehr Leute Radfahren
und joggen.

Um der Sache mehr auf den Grund zu gehen, könnte man sich Folgendes Vorstellen:

Es ist kurz vor meinem Tod, und ich überblicke mein Leben. Habe ich etwas
Wichtiges versäumt? Bin ich zu etwas nicht gekommen, was ich gerne gemacht
hätte?

Auch wenn sich nicht Alles nachholen lässt, kann man in einer veränderten Form
doch noch viel zur eigenen Befriedigung tun. Vielleicht geht es in Gedanken im
Wünschen und Verzeihen? Du lebst ja noch ! – also tu etwas!

Heilige wurden von Gott berufen, einen bestimmten Auftrag zu erfüllen. Sie
konnten sich dem nicht entziehen.

Der Buddha war kein Gott aber ein Erleuchteter, der denen die zu ihm kamen, den
Weg zu einem edlen, sinnvollen Dasein zeigte. Die Freiheit vom Leid, die er dem
einzelnen Menschen als höchste Verwirklichung versprochen hat, ist zugleich ein
Heil für die Welt, da jede Minderung an Gier, Hass und Ichsucht der Welt zugute
kommt und das praktizierte Mitgefühl eine Wohltat für alle ist.

In der Zuwendung, Verehrung und Liebe zum Buddha und seiner Wahrheitslehre liegt
eine große Kraft, die unserem Leben einen besonderen Auftrag gibt; – vielleicht
eine Art Widmung? Wir wissen um das Gute in uns und haben Vertrauen, trotz aller
Schwierigkeiten, trotz Versagen und Unterbrechungen!

Wir müssen nicht immer andere Aufgaben suchen, sie liegen ja vor uns – nur gut
hinschauen ist nötig, um sie zu erkennen!

Alles was wir tun – heilsam zu tun – ist die größte und Heil bringendste
Herausforderung – unsere menschlichste Berufung!

Ein Dhammapada Vers 110

Wer grüßend sich vor andern neigt,

Wer jedem Weisen Ehrfurcht zeigt;

Bei dem nimmt diese Vierheit zu:

Kraft, Leben, Schönheit, Seelenruh.

Ein Gedicht von Juan Ramon Jimenez:

Heimweh, quälend, nie endend,

Voll erschreckender Gewalt,

Nach dem, was ich habe.

Tagore:

Ich dachte meine Reise sei zu Ende,

die letzte Grenze meiner Kraft erreicht,

Felswand sperre meinen Pfad,

erschöpft sei meine Zehrung

Und die Zeit gekommen,

sich zu bergen in der Nacht des Schweigens.

Doch siehe ohne Ende ist in mir Dein Wille,

und wenn die alten Worte mir ersterben,

So brechen neue Melodien jung aus meinem Herzen;

Und wo die alten Pfade sich verlieren,

Steigt Neuland auf mit allen seinen Wundern.

 

Ich denke an Euch mit viel Metta Eure alte Ursula