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Wegbegleiterin: MEIN GESICHT – – – MEINE SICHT

Alle Menschen haben ein Gesicht und jeder hat ein anderes. Ist es nicht erstaunlich, dass es Milliarden verschiedener Gesichter gibt? Und da glaube ich, dass ich ein ganz Besonderes habe? Einzigartig darf man wohl sagen, aber „besonders“ im Sinn von hervorragend oder besser als alle anderen, das ist überheblich.

Ein Gesicht zu haben ist auf dieser Erde für alle gleich, aber die Form und der Ausdruck sind bei jedem verschieden. Trotzdem ähneln wir uns darin, wie wir unsere Gefühle, Emotionen und Gedanken darin präsentieren. Gewöhnlich können wir jemand vom Gesicht ablesen, ob er oder sie sich gerade wohlfühlt, unter Druck steht oder todmüde ist. Allerdings kommt es darauf an, ob wir den Andern achtsam ansehen und auch wie wir selber gerade „drauf“ sind. Manche haben gelernt, ihre Gesichtszüge zu beherrschen und bleiben trotz aller Angriffe und Verletzungen bei ihrem Lächeln. Innerlich mag es ganz anders aussehen als außen.

Von schönen Gesichtern fühlen wir uns angezogen, weswegen sie ja bei der Werbung eine so große Rolle spielen. Wir machen gerne mit bei hübschen, lachenden Personen mit strahlenden Zähnen und kaufen was sie anbieten.

Wie steht es mit dem Lieben? Sind uns ungestaltete Gesichter zuwider? Unsere Säuglinge haben kurz nach der Geburt oft ein zerdrücktes, armseliges Gesichtchen, lieben wir sie deswegen nicht? Kranke und alte Menschen verlieren ihre Frische und Schönheit, mögen oder können wir das nicht ertragen? Wenn wir es bei uns merken, sind wir vielleicht erschrocken – weil wir uns selbst damit identifizieren.

Der Buddha lehrt uns, genau diese unangenehmen aber natürlichen Tatsachen anzuschauen, sich aber nicht von ihnen erdrücken zu lassen, sondern sich solange es geht, in der Praxis der Achtsamkeit zu üben. Für ein ethisches und mitmenschliches Verhalten werden wir in jeder Situation gefragt und da zeigt es sich, ob Meditation, Achtsamkeit und die buddhistische Weisheit bei uns Fuß, Herz und Gesicht erfasst haben. Liebende Güte und Mitgefühl können  sich unendlich weit über alle Menschen und Wesen ausbreiten und sie in einer schützenden geistigen Geborgenheit umfassen. Die „Herz erlösende Güte“ veredelt nicht nur das Herz,  sie verschönert jedes Gesicht.

VORSCHLAG ZUR ÜBUNG: Wenn wir morgens in der Bahn, im Bus oder in der Straße Menschen begegnen, kurz in die Gesichter schauen und ihnen wünschen: „möge es Dir wohlergehen“- „Möget Ihr heute einen guten Tag haben“ – „Mögen sich heute Deine Probleme auflösen“.

Am Abend in müde Gesichter schauen: „ Mögest Du ein liebevolles Zu Hause haben“ – mögest Du zu wohltuender Ruhe kommen“ Mögest Du gut schlafen“.

FÜR DICH SELBST: streiche mit Deinen Fingern über die Stirn zu den Schläfen – tupfe mit den Zeigefingern auf Deine geschlossenen Augen – streiche von der Nase  über die Wangen zu Deinen Ohren – tupfe mit den Fingern auf Deine Lippen: “So ist dieses einzigartige Gesicht“!

Mein Programm findet Ihr bei sampadasangha.com  und bei gingko-sangha.net

Eure alte Ursula freut sich mit Euch über alles was schön und gut ist!

 

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Wegbegleiterin: Dem ÄRGER keinen Zugriff geben

Liebe Freundinnen, Freunde im Dhamma, Sonne und Blumen als Freude für uns alle zur Sommerzeit!

Dem ÄRGER keinen Zugriff geben – wie geht das?

Ärger ist jedem Menschen bekannt; es ist das Gefühl das aufkommt, wenn einem etwas nicht gefällt. Es ist nicht so wie ich es gerne hätte! Der Ärger ist wie ein unangenehmes Objekt, das man loswerden möchte.

Ich sehe die Situation als Anlass für ein Ärgernis, das meinen Wünschen entgegensteht.

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Die Weisheit der Unvollkommenheit.

Das Wort „unvollkommen“ bedeutet, dass etwas noch nicht fertig ist, dass es Fehler an der Aufgabe gibt und Schwächen, die beseitigt werden müssen.  Das vollkommen Fehlerfreie wird direkt oder indirekt von uns selbst als Perfektion verlangt.

Sobald wir eine Aufgabe fehlerfrei bewältigt haben, ändert sich etwas durch verschiedene Ansichten oder einfach durch die Zeit und ist plötzlich nicht mehr perfekt. Das Phänomen der Unbeständigkeit und Veränderung verursacht wieder Schwächen im Anspruch an Perfektion.

Unvollkommenes wird abgelehnt, weil es nicht gut genug ist oder einfach noch nicht fertig ist. Bei Künstlern  finden wir den Drang nach Vollkommenheit in  starkem Maße – aber auch in  uns selbst spüren wir das große Verlangen nach absolutem Gut-Sein. Wir strengen uns an, um unsere Arbeit wie auch unsere Beziehungen bestens zu schaffen und hoffen, dass die Menschen um uns herum unsere Bemühungen und unsere guten Resultate auch zu schätzen wissen. Da dies in dem erwünschten Maße nicht geschieht, fühlen wir uns oftmals nicht anerkannt, unterbewertet oder sogar nicht einmal gesehen.

Das Ergebnis ist Leiden!

Seit 40 Jahren bin ich eine Verfechterin der Unvollkommenheit in unserer perfektionssüchtigen westlichen Welt. Damit sage ich keinesfalls, dass ich schlampiges und träges Arbeiten und Verhalten gut finde oder sogar lobe, sondern dass ein wirkliches Verstehen der Unvollkommenheit uns den Zwang nimmt, Alles 100 % ig richtig machen zu müssen.

Die Unvollkommenheit ist ein Naturgesetz. Warum?       

Weil die Natur vom ständigen Wechsel lebt.

In jeder Phase des Daseins von einer Pflanze ist schon die Weiterentwicklung angelegt und so kommt es, dass die Schönheit wunderbarer Blumen und die Frische gesunden Gemüses nie lange anhalten und das Schöne und Gute sich in Hässlichkeit und Gift verwandelt.  Weil wir das gewohnt sind und wissen, dass wir    an dem natürlichen Ablauf nicht viel ändern können, nehmen wir  das als ein Naturgesetz hin.

Unangenehmer empfinden wir unsere körperliche und geistige Fehlerhaftigkeit da sie uns so direkt vor Augen ist und uns Ärger, Schmerz und Traurigkeit bereitet. Diese Defizite sind lebensbedingend bei jedem Menschen  vorhanden, (altern, krank werden und sterben) nur wollen wir davon nichts wissen und streben mit allen Mitteln nach bleibender Perfektion.

Wir kommen in ein Dilemma:

Einerseits Weiterentwicklung – Ja!

andererseits Perfektionszwang – Nein!

Wie kann man beides verbinden?

Wenn wir bei unseren Entscheidungen mögliche Schwächen mit einbeziehen, werden wir der Wahrhaftigkeit zukünftiger Geschehen gerecht. Wenn wir bei unserem Tun  Lücken und Fehler feststellen und diese nicht als Rückschläge ansehen, die uns niederdrücken und unsere Unfähigkeit beweisen, dann können diese Fehler unsere Erfindungsmöglichkeit zum Besser-Machen anregen.

Positive Wirkungen der Unvollkommenheit:

  1. Unvollkommenheiten  zulassen schützt uns vor Überforderung, “burn out“, Stress!
  2. Perfektion zu erreichen und zu erhalten ist eine Illusion. Perfektion als etwas Fertiges, Abgeschlossenes hat keine Lebendigkeit mehr – sie ist tot! Unvollkommenheit heißt Leben!
  3. Das Erkennen und Zulassen der Unvollkommenheiten macht uns bescheiden und demütig. Wir können uns am Kleinen und am Momentanen erfreuen.
  4. Schwächen und Fehler bei sich selbst und bei anderen zu akzeptieren, lässt Mitgefühl und Güte entstehen.
  5. Fehler und Schwierigkeiten gut zu erkennen, regt eigene Kreativität zum Verbessern und Entwickeln an, anstatt nur nach Schuldigen zu suchen.
  6. Hilfe anbieten, wo Unheil geschieht, wo wir Not sehen. Wir erfahren in den gemeinsamen Schwächen die Verbindung aller Lebewesen auf der Erde.

In der buddhistischen Lehre heißt die Unvollkommenheit DUKKHA.

Sehe ich Dukkha als Leid – – – oder als Lehrer?

Herzlich grüßt Euch bei frühlingshaften Temperaturen

die alte Ursula

Wegbegleiterin: Pilgern

Vor Kurzem war ich in Köln in einer Ausstellung mit dem Titel: Pilgern.

Sie haben 12 Stätten gezeigt, wohin Menschen in aller Welt pilgern.

Immer ging es um heilige Plätze, um hervorragende Persönlichkeiten, um Heilige, von denen man sich etwas verspricht, was einem im Leben weiterhilft. Ob das der Jakobsweg ist, die heilige Stadt Mekka, die Umrundung des Kailash oder der Buddhaweg nach Budhgaya oder viele jeweils der Gegend angemessene Heiligtümer wie z.B Mariazell, und andere. Es geht darum teil zu haben an den heiligen Kräften, welche diesen Orten zugesprochen werden.

Die Wege zum Heiligtum sind mühsam und verlangen von den Wanderern Zeit , Kraft und Entbehrungen und trotzdem halten die Pilgerinnen durch und fühlen sich am Ende reiner und ausgeglichener. Eine jüngere Freundin ging im letzten Jahr mit ihren Töchtern, die gerade ihre Schule abgeschlossen hatten, den Jakobsweg unter Tränen, Tränen der Mühsal mit schwerem Rucksack und Tränen der Dankbarkeit.

Ist es nicht erstaunlich, dass in unserer Zeit, wo alles schnell gehen muss, wo fast jeder Weg mit dem Auto sofort und schnell abgefahren wird, und wir uns überlegen, wo wir den gemütlichsten, erholsamsten und landschaftlich schönsten Urlaub machen können, trotzdem die Mühsal eines Pilgerweges auf uns nehmen? Vielleicht müssen wir uns beweisen, dass wir trotz aller Zivilisation noch fähig sind, mit den eigenen Füßen  auf der Erde zu wandeln. Ist es immer das Heiligtum, das uns anzieht? –Oder ist es vielmehr die Erfahrung, fast mittellos den Erdengang unseres Lebens leibhaftig zu fühlen – und zu erdulden?  „Das tat gut – oder das war mal nötig – oder das wollte ich immer schon mal“ so habe ich das von Leuten gehört. Dazu fanden sie auch das Verständnis von den anderen Pilgern und die Gemeinsamkeit als etwas Bereicherndes. Man hilft sich ohne lange zu fragen, man nennt nur seinen Vornamen bei den Begegnungen und freut sich auf das Zusammentreffen an späteren Orten. Vergleichen, verurteilen und sich vor anderen wichtigmachen ist auf diesem Weg nicht gefragt. Da ist keiner besser als der andere – es geht nur ums Bemühen!

Was würde der Buddha dazu sagen?

Er wird meistens als sitzend und meditierend dargestellt, obwohl er jeden Tag lange Strecken mit seinen Mönchen wanderte. Seine Lehre hat er als einen Weg beschrieben, MAGGA, den 8-fachen Pfad. Es gibt dort wie auf der Pilgerreise Stationen, die man zur Kenntnis nehmen soll. Man muss nicht genau eine nach der anderen absolvieren, sondern man kann da einsteigen wo man ist und wann man es am nötigsten braucht.

Drei große Stationen sind bei dem Erhabenen als Stützpunkte angegeben:

  1. Die Ethik /  2. Meditative Praxis / 3. Wissen

ETHIK

Auf unserem buddhistischen Pilgerweg wird ethisches Verhalten selbstverständlich erwartet: Weder töten, noch stehlen, noch sexuelles unredliches Tun, noch lügen oder sich betrinken – können sich die Wanderer erlauben, ohne aus dem Pilgern herauszufallen. Scham vor anderen und vor sich selbst hält sie von schlechtem Tun und Verhalten zurück. „Angst und Scham  sind Hüter der Welt“ sagt der Erwachte.

MEDITATION                                                                                                                                           Einsam in Stille zu wandern und nur auf das Gehen zu achten ist Geh-Meditation. Oftmals wird beim Gehen rezitiert, gebetet oder gesungen; alles in geistiger Form. Essen und Schlafen findet gern an gemeinsamen Stationen statt, wo jeder mit einfachen Gerichten und schlichten Schlafstätten zufrieden ist. Nur das was man wirklich braucht, schleppt man im Rucksack mit. Das hilft, achtsam mit seinen Sachen umzugehen und anderen bei Schwierigkeiten zu helfen. An Stellen, die einen besonders ansprechen, hält man an, verharrt in Stille und versenkt sich in die Natur des Seins.

WISSEN                                                                                                                                                Unser Kopf ist vollgepackt mit Fakten – so voll, dass es uns bedrängt und besetzt. Wir sind mit der Zukunft, dem Planen und den vielen Dingen in der Welt so beschäftigt, dass wir unser gegenwärtiges Leben nur noch oberflächlich wahrnehmen. Unsere täglichen Anforderungen lassen uns keine Zeit zu uns selbst zu kommen. – – – Hier abseits vom Beruf und der Familie spüren wir die Natur um uns herum, die Erde unter unseren Füßen, die Abhängigkeit vom Wetter und die Dankbarkeit an alle, die uns unterstützen und die uns eine Bleibe geben. Die Richtung unseres Weges und das Ziel geben uns die Kraft weiter zu gehen; gemeinsam und doch allein! Uns selbst besser kennenzulernen mit guten Fähigkeiten und Schwächen und das so anzunehmen wie es ist, das stärkt unser Einverständnis mit uns selbst und dem Leben.

FRAGEN:                                                                                                                                                 Wohin geht Deine Pilgerreise? – auch wenn Du nicht den Rucksack aufschnallst?

Ist Dir Deine Lebensrichtung bewusst? Hast Du ein langfristiges Ziel?                                                    Wohin könnte es bestenfalls gehen?

Wohin geht es, wenn nichts passt?

Welche Hindernisse findest Du besonders schwierig zu überwinden?

Was sind Deine Nahziele?

Hast Du bestimmte Kriterien für Deine Entscheidungen für Deinen Lebensweg?                                            Ist es die Richtung oder das Ziel, das Du bestimmst?

Oder  sind es die Lebensumstände, die Dich bestimmen?

Kann man beides, die Menschen um einen herum, die Umstände und die Selbstbestimmung  in Einklang bringen?

Als Anhänger der buddhistischen Lehre können wir den achtfachen Pfad als Lebensrichtung gut verwenden. Dazu müssen wir ihn auch kennen. Aus dem Kennen kann dann langsam das Können     entstehen. Ich rege alle an, die Glieder des Pfades auswendig zu lernen. Dann kann man sich auch der Station bewusst werden, wo man gerade Halt gemacht hat und wo es weitergehen könnte.

Also: Rechte Einsicht in Heilsam und Unheilsam?

Rechte Gesinnung: gütig und auch verzichtend?

Rechte Rede: wahr, ohne Tratschen, nicht grob, nicht nutzlos schwätzen?

Rechtes Handeln: Die fünf Richtlinien, SILAS, einhalten?

Rechter Lebenserwerb: niemandem schaden, kein Leid verursachen?

Rechte Anstrengung: die Bemühung im Geist, die Gedanken heilsam zu lenken?

Rechte Achtsamkeit: auf allen Lebensebenen anzubringen?

Rechte Sammlung: sich konzentrieren bei allem Tun und in der Meditation?

Wohin könnte ich heute einen Schritt auf diesem Weg machen?

Herzlich grüßt die alte Ursula

E-Mail: Ursula.Lyon@chello.at


Neues Buch: „Licht auf deinem Weg“ von Ursula Lyon und Gerald Schinagl

 

 

 

WegbegleiterIn: LICHT-ENERGIE-MEDITATION

Liebe Freundinnen und Freunde auf dem Weg,

der Newsletter ist nun wieder da. Demnächst ist Weihnachten und das Jahr geht zu Ende. In dieser dunklen Zeit können wir alle ein wenig Licht brauchen – so möchte ich Euch diesmal die Lichtmeditation näher bringen.
Euch wünsche ich von Herzen Freude und erholsame Gelassenheit!

Eure alte Ursula

LICHT-ENERGIE-KUGEL

Ebenso wie unsere Körperzellen Atmung, d.h. Sauerstoffzufuhr und Kohlendioxydabfuhr benötigen, sind sie auch auf Lichtzufuhr angewiesen. Es ist der Zell-Aufbau wie –Abbau, der unser Leben bestimmt. Die bewusste Zufuhr von Licht-Energie im geistigen Sinn ist ein gesunder Anregungsprozess, der uns frischer und widerstandsfähiger macht.

DIE PRAXIS DER LICHT-ENERGIE-MEDITATION

Ausgangshaltung ist aufrechter Sitz, entweder auf dem Meditationskissen oder auf dem Stuhl.

Wir besinnen uns auf das Licht, das wir täglich morgens als Sonnenlicht und nachts als Sternen- oder Mondlicht erleben. Der Wechsel ist uns geläufig aber sind wir uns bewusst, dass diese Lichtquellen unser ganzes Leben bestimmen? Es sind Energien, ohne die wir nicht existieren können, mit denen wir aber sehr nützlich und zu unserem Wohl gut umgehen können. Geistig, d.h. bewusst und achtsam ist es möglich, die Lichtenergie in unserem Körper zu lenken. Wir können sie sogar uns spirituell von außen zuführen und eine Verbindung von innerem mit äußerem Licht schaffen.

BEGINN DER PFRAXIS

Wir sitzen aufrecht und sind uns bewusst, dass wir Hier, an diesem Platz und Jetzt, in diesem Moment, von natürlichem und künstlichem Licht umgeben sind. Für uns sind Sonne und Mond die Lichtquellen, deren Energie wir am deutlichsten fühlen. In dieser Meditation beziehen wir uns auf das Mondlicht. Es ist silbern, kühl und hat eine beruhigende Wirkung auf unsere körperlichen Organe und besonders auf unser Gehirn, was sich in geistiger Gelassenheit ausdrückt. Wir lenken die Lichtenergie, vorstellbar als eine Lichtkugel, vom Scheitel bis in die Füße. Daraus kann sich eine Ausdehnung des Lichtes über unsere Körpergrenzen hinaus in Vereinigung mit dem uns umgebendem Licht entwickeln.

„So sitze ich gut“ ist die innere Antwort auf einen guten aufrechten Sitz.

Über uns leuchtet der Mond und breitet seinen silbernen, kühlen Glanz über die Erde aus. Wir machen uns für diese Lichtenergie aufnahmebereit und öffnen in spiritueller Weise unseren Scheitel dort, wo wir als neugeborenes Kind die Fontanelle hatten. Das Licht kann in unseren Kopf einströmen.

KOPF: Himmelslicht sammelt sich in unserem Kopf in einer Lichtkugel. Von ihr gehen die Strahlen bis in die äußere Form des ganzen Kopfes, die wir von innen mit dem kühlen Mondlicht ertasten. Angenehm kühl und weit fühlt sich das Innere unseres Schädels an, wenn wir die lösende Kraft des Lichtes zulassen. Das Licht durchflutet unser Gehirn und schenkt mit seinen Strahlen allen Zellen befreiende klare Energie. Langsam senkt sich unsere Lichtkugel in den unteren Teil unseres Kopfes, wo sie ihr Licht in den Mund- und Rachen-Raum ausbreitet. Bis zu den Kiefergelenken und zu den Ohren gehen die Strahlen der Lichtkugel und entspannen diese Räume.

HALS: Nun sinkt die Lichtkugel in unserer Vorstellung langsam in unseren Hals. Das Licht breitet sich nach vorne zu unserer Kehle hin aus und nach hinten zu unserem Nacken. Angenehme Weite und leichte Aufrichtung des Halses können sich bemerkbar machen.

SCHULTER – ARME: Die Lichtkugel ist jetzt in unserer Vorstellung auf Höhe der Schultern und breitet ihr Licht nach rechts und links aus. Die Schultermuskeln entspannen, der ganze Schulterbereich wird breiter und offener. Das Licht fließt nun wie ein Strom in den langen Armen bis in die Hände – und in die Fingerspitzen.

BRUSTRAUM: Weiter sinkt die Lichtkugel in den Brustbereich und erfüllt die Mitte unserer Brust. Die Strahlen leuchten nach allen Seiten rundum und berühren die Außenwände unseres ganzen Brustraumes, die Rippen, Schulterblätter und Muskeln wie auch die Wirbelsäule im Rücken – dann den ganzen Brustkorb mit allen Rippen rundherum bis vorne zum Brustbein. Wir nehmen das ganze Gewebe unserer Brust bis zur äußeren Haut wahr. Dann widmen wir uns unseren Lungen und unserem Herzen. Wir durchstrahlen diese wunderbaren Organe und lassen sie ein wahres Lichtbad nehmen. Nach unten strahlend geben wir dem Zwerchfell aufbauende Energie.

RUMPFMITTE: Die Lichtkugel sinkt nun in die Mitte unseres Rumpfes auf die Höhe der Gürtellinie. Sie umrundet wie ein innerer Lichtgürtel unsere Mitte; im Rücken über die Nieren und Lendenwirbel, seitlich über die Taille, und vorne breitet er sich über dem Oberbauch aus. Hier werden unsere Verdauungsorgane mit Licht getränkt. Leber, Magen, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse genießen aufbauende Kräfte, während die Entgiftung in den Nieren gefördert wird.

BECKEN: Mit der Lichtkugel leiten wir die Lichtenergie in unseren Beckenraum. In seinem ausgedehnten Umfang lassen wir das Licht sich innen nach allen Seiten ausdehnen. Der Knochen- und Muskelapparat wird wohlig durchströmt und erfährt Kraft wie auch Entspannung. Im Bauch sind es unsere Gedärme, die vom Licht profitieren und im Unterleib die inneren Geschlechtsorgane und die Blase. Im tiefen Becken ist der Ursprung des Lebens angelegt mit Zeugung und Gebären und den menschlichen Trieben. Wir durchströmen es und lassen das Licht bis zum Beckenboden fließen. Wir schenken dieser ganzen Region ein reinigendes wohles Lichtbad.

BEINE: Von den Hüftgelenken aus strahlt das Licht nun in die Beine. Wir lenken unsere Lichtkugel nach rechts, so dass ihr Licht durch den Oberschenkel und das rechte Knie bis in den rechten Fuß fließt. Das ganze rechte Bein erhält Weite und wohltuende Lösung. Dann richten wir die Lichtkugel zum linken Bein aus und lassen ihr Licht durch den linken Oberschenkel, durch Knie und Fußgelenk in den linken Fuß strömen. Das ganze linke Bein bekommt das Wohlgefühl des lösenden, reinigenden Lichtes. – Nun lassen wir in beide Beine gleichzeitig das Licht bis in die Zehen hinein strömen.

DER GANZE KÖRPER: Alle Milliarden Zellen unseres Köpers sind von Licht durchflutet vom Scheitel bis in die Zehen und Fingerspitzen, von tief innen bis nach außen an die Haut. Das Licht strahlt über die äußere Begrenzung in den umgebenden Raum. Es verbindet sich mit jeglichem Licht, das von außen an uns heran kommt. Wir sind von Licht erfüllt und von Licht umhüllt. Innen und außen ist ein einziger Lichtraum.

Genießen wir das Glück und den Frieden der Einheit!

Mögen alle Wesen Glück und Frieden erfahren !

Wegbegleiterin: Genießen…

Liebe Freundinnen und Freunde auf dem Weg

Der buddhistische Weg ist der mittlere Pfad; er warnt vor Genußsucht aber auch vor übertriebener Kasteiung.

Für Mönche,  Nonnen und für Weltlinge gibt der Buddha graduelle Unterschiede des Verhaltens an. Die sich ganz dem Ziel der Befreiung hingeben, werden sich von den üblichen Sinnesfreuden fern halten, um an nichts mehr zu haften, sie verzichten freiwillig aber sie fügen sich auch keinen Schaden durch Kasteien und Selbstpeinigung zu.

Das bedeutet nicht, dass diejenigen, die am weltlichen Geschehen teilnehmen und sich trotzdem der Lehre widmen, was der Buddha als gute Möglichkeit für ein befriedigendes Leben aufgezeigt hat, sich dem Genuss unreflektiert hingeben könnten, ohne leidvolle Erfahrungen damit zu machen.

Dafür führe ich hier die Dhammapada Verse 49 / 50  aus dem Blumenkapitel an:

Die Bienen sammeln ihren Nektar,

doch ohne der Blüten Schönheit

und ihren Duft zu stören;

so wandere auch du als weiser Mensch.

In diesem schönen Vergleich mit der Honig sammelnden Biene, zeigt uns der Buddha wie wir gut für uns sorgen können, ohne anderen Lebewesen Leid zuzufügen.

Wir können uns an Schönheit, Duft und Sinnesobjekten wohl erfreuen, wenn wir beachten, dass kein Schaden dadurch entsteht und wir uns durch Übermaß selbst nichts Übles antun.

Zum Genießen und Genußsucht sei gesagt, dass ersteres im gegenwärtigen Augenblick mit Achtsamkeit und freudiger Dankbarkeit etwas sehr Positives sein kann, während Genußsucht sich auf zukünftiges Mehr und Besser richtet und sich von der egozentrischen Gier einfangen lässt.

Die Biene sorgt nicht nur für sich, sie sammelt Nahrung für Viele und hilft außerdem auf ihre Weise durch das Bestäuben der Pflanzen, dass mehr Frucht entsteht.

Auf uns umgesetzt ist es zum einen das freimütige  Teilen der Genüsse mit möglichst vielen Menschen (und Tieren) und zum anderen das Aufkommen echter Freude. Sie zu betonen und zu verbreiten ohne daran zu haften ist kreativ und bringt gute Früchte hervor.

Daher lade ich Euch ein, in froher Runde viel Freude zu verbreiten und zu genießen ohne anzuhaften!

Einen schönen Sommer wünsche ich Euch mit achtsamen fürsorglichem Tun und Genießen!

Eure Wegbegleiterin Ursula

 

WegbegleiterIn: Geduld

Liebe Freundinnen und Freunde auf dem Weg,
der Newsletter ist nun wieder da. Es ist Frühling und die Natur zeigt was sie kann. Da müssen wir etwas mühsamer nachziehen. Trotz meiner 88 Jahre habe ich es immer noch nicht so einfach mit der Geduld; daher das Thema! Euch wünsche ich von Herzen Freude und erholsame Gelassenheit!
Eure alte Ursula

WARUM  GEDULD ?

Ruhiges, beherrschtes Ertragen – Ausdauer – sich mit Geduld wappnen – um Geduld bitten – Beschwernisse erdulden – mit anderen duldsam sein – mit sich selbst Geduld haben.

Wie kommt das bei mir an?

Halte ich mich für einen geduldigen Menschen? – Bei was könnte Ungeduld trotzdem aufkommen?

Kann ich anderen gut zuhören – ohne ungeduldige Kommentare?

Belasten mich langsam reagierende Personen?

Was beunruhigt mich am meisten: die Außenwelt oder meine Innenwelt?

Wie hängt Geduld mit Aufschieben zusammen? Ist es gutes Ausweichen, Trägheit oder Schwäche? Wird vielleicht Gleichgültigkeit mit Geduld verwechselt?

Bewirkt die Ungeduld bei mir Angst, etwas nicht zu bekommen – oder etwas zu verpassen?

Gebe ich anderen die Schuld für meine mangelnde Duldsamkeit?

 

Buch IV  164 „Vier Wege des Verhaltens“ I

Vier Wege des Verhaltens gibt es, ihr Menschen. Welche Vier?

Den Weg der Ungeduld, den Weg der Geduld, den Weg der Bezähmung und den Weg der Stillung.

Was aber ist der Weg der Ungeduld? Von wem da einer beschimpft wird, den beschimpft er wieder. Von wem da einer beleidigt wird, den beleidigt er wieder. Von wem da einer gescholten wird, den schilt er wieder. – Das nennt man den Weg der Ungeduld.

Was aber, ihr Menschen, ist der Weg der Geduld? – – – er schimpft nicht wieder, beleidigt nicht wieder, schilt nicht wieder.

Was aber ist der Weg der Bezähmung? Bei allen Sinneskontakten keine üblen Einflüsse einströmen lassen; nicht anhaften – dem Wollen deutliche Zügel anlegen – WARUM? Weil das ungeduldige Wollen oft zu unheilsamen Reaktionen führt.

Was aber ist der Weg der Stillung? – Da lässt der Mensch einen aufgestiegenen Gedanken der Sinnenlust nicht Fuß fassen, überwindet, vertreibt, stillt ihn, bringt ihn zum Verschwinden.

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UNGEDULD –  Ungeduldige wollen alles sehr schnell haben oder erledigen. Sie werden gereizt, wenn sie auf etwas warten müssen und wenn die Beteiligten sehr langsam auf eine Sache eingehen (z.B. auf Ämtern). Die Bittsteller sind frustriert, weil sie warten oder zu neuen Terminen wieder kommen müssen und weil sie vom Wohl anderer abhängig sind.

Haben wir Angst vor Zeitverlust?  Was verliere ich, wenn ich 1 Minute vor der Ampel warten muss? Was gewinne ich, wenn ich z.B. im Auto ohne rote Ampeln einmal sehr schnell mein Ziel erreiche? – Sind diese 2-3 Minuten so wertvoll – oder mein wichtiges Ich?

GEDULD – Menschen mit Geduld nehmen sich die Zeit auf etwas oder jemanden in Ruhe zu warten, eine Zeitspanne ohne etwas zu tun? Die Ungeduldigen fühlen sich dadurch gehemmt; sie sind in Gedanken schon in der Zukunft: „es geht ja nichts weiter“. Man kann eine Sache antreiben oder in Ruhe ihre Entwicklung betrachten und dann zügig einen Schritt nach dem anderen machen.

GEDULD HABEN heißt auch eingehen auf eine Sache oder einen Menschen – und nicht schon vorgreifen wollen. Bei Gesprächen wird es deutlich, wenn der Zuhörer dem Sprecher immer wieder ins Wort fällt – er kann den Satz nicht abwarten – und will sofort seine eigene Meinung zum Thema sagen.  Ungeduld  scheint sich mit Egozentrik zu verbünden.       Sich jemandem achtsam zuwenden ist nicht nur ein Akt der Geduld sondern auch ein Akt der Herzensgüte. Er drückt aus: „Ich nehme mir Zeit für Dich!“

ERDULDEN – wir sprechen von Erdulden, wenn es heißt, ein Leid auf sich zu nehmen – es annehmen, wie z.B. eine Krankheit, einen Verlust. Es ist nicht das Jammern über das Leid sondern Mitgefühl und Einsicht in die Unabwendbarkeit des Geschehens.

DULDSAMKEIT und NACHSICHT (khanti) werden als wichtige Tugend für den spirituellen Fortschritt geachtet. Wer achtsam lebt, wird nicht hastig und ungeduldig seine Arbeit erledigen. Da er weiß, dass er mit Voreiligkeit nur Verwirrung schafft, nimmt er sich eine Überlegungsfrist und  erledigt dann zügig eine Sache nach der anderen. Dass wir niemals ALLES erledigen können, ist eine Einsicht, die uns herunter ziehen oder aufbauen kann!

NACHSICHT übt man mit anderen, wenn man deren Art zu handeln und sich zu benehmen akzeptiert und nicht rechthaberisch nur seine eigene Ansicht und Verhaltensweise gelten lässt. Insbesondere sind es die Fehler der anderen, die vielleicht gar keine Fehler sind, sondern eine andere Sicht und Machart.

Sollen wir uns geduldig jede Misshandlung gefallen lassen? Sicher nicht! Die Situation genau betrachten „So ist das hier und jetzt“ – sachlich sehen ohne schnelle Verurteilung –überlegen was verbessert werden könnte und möglichst heilsam ändern – oder erdulden.

GEDULD  MIT  SICH  SELBST:  Hier ist es die eigene Art mit sich selbst umzugehen, die in Frage gestellt wird. Meine Fähigkeiten, meine Möglichkeiten und meine Entscheidungen sind die Elemente aus denen ich meine Konsequenzen ziehe, ob ich ruhig und geduldig in meiner Art meine Aufgaben angehe oder nicht. Sind es nicht die hohen Ansprüche, die wir an uns stellen, die uns ungeduldig machen? Wollen wir nicht von allen anerkannt werden? Wenn  wir uns von dem Wahn der Medien beeinflussen lassen, perfekt sein zu müssen, sind wir immer die Verlierer, weil wir diesen Ansprüchen nicht genügen können.                         Konsequenz: Es macht uns ängstlich und minderwertig – und steigert oftmals unsere Bemühungen bis zum krank machenden Stress. Ungeduld lohnt sich nicht! – Aufschieben aber auch nicht? Ungeduld und Aufschieben sind zwei Pole der Unsicherheit. Wir gehen am besten den mittleren Weg mit Achtsamkeit, Geduld, Einsicht und Vertrauen.

Geduld, Bezähmung und Stillung sind Schritte zum Gleichmut.